Es gibt weltweit viele verschiedene Ausgrenzungen und Benachteiligungen einzelner Menschen und Gruppen, bis hin zu ganzen Völkern. Aber es gibt auf der anderen Seite auch seit langem großen Widerstand, gegen diese ungleiche Behandlung. Dieses Aufbegehren hat schon viel positive Veränderung bewirkt, vieles davon ist bereits gesetzlich verankert.
Wir sind aber immer noch in einem Prozess, einer kontinuierlichen Entwicklung hin zu einem würdevollen und verantwortungsbewussten Umgang der Menschen untereinander, aber auch mit „Mutter Erde“ und letztendlich mit dem gesamten Universum.
In meinem Artikel hier möchte ich mich in erster Linie auf die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern fokussieren, die stellvertretend für alle Benachteiligungen stehen soll.
Jahrtausende haben uns geprägt
Es gab Zeiten in denen die Frauen als Lebensspenderinnen hoch geachtet wurden, und sie haben in der Gesellschaft und in Religionen eine zentrale Rolle gespielt. Sie waren verbunden mit ihrer Seele und ihrem Geist, ihre Entscheidungen waren im Einklang mit der Natur und der gesamten Schöpfung, die sie als heilig empfunden haben.
Im Laufe der Jahrtausende wurde diese Art zu leben immer mehr zurückgedrängt. Das Denken wurde wichtiger, das Ego wurde stärker ausgelebt; die Vorstellung vom Göttlichen wurde männlich und viele Religionen haben diese Entwicklung mitgetragen oder sich zu eigen gemacht.
Männer haben immer mehr die alleinige Führung übernommen und dabei oft die Frauen benachteiligt. Es wurde wichtiger, sich möglichst erfolgreich zu präsentieren, und manche haben dies dazu genutzt, große Macht zu erlangen, ohne Rücksicht auf andere.
Wir haben also beide Seiten kennengelernt, die weichere, gefühlsbetontere Seite und die mehr zielgerichtete, strukturierte Seite. Es ist an der Zeit, dass wir uns endgültig von diesen alten, trennenden Denk- und Verhaltensweisen verabschieden und beide Energien in einem gesunden Maße leben und wertschätzen, indem wir sie in Harmonie und Balance bringen.
Gendersprache – ein weiterer Schritt zur Gleichstellung?
Die geschlechtergerechte Sprache, kurz Gendersprache, soll als äußeres Zeichen, die Gleichstellung aller Geschlechter in gesprochener oder geschriebener Sprache ausdrücken.
Als ich meinen Beitrag „Weitsicht ist gefragt“ geschrieben habe, hätte ich fast in jedem Absatz die Gendersprache verwenden können. Ich habe mich aber bewusst dagegen entschieden, da ich den Eindruck hatte, dass diese Art des Schreibens dem Fluss meines Textes abträglich gewesen wäre. Mir war es wichtiger, mich in diesem Fall frei für die alte Schreibweise zu entscheiden, es hat sich für mich einfach stimmig angefühlt.
Es ist auf alle Fälle ein Anstoß, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen – mich hat es zu diesem Beitrag hier inspiriert.
Gleichberechtigung ist keine Gleichmacherei
Es ist wichtig, dass jeder Mensch seine femininen und maskulinen Eigenschaften sowie seine persönlichen Stärken und Schwächen sichtbar leben kann und darf. Es bringt Vielfalt in die Welt, und jeder kann dabei seine eigenen Talente und Fähigkeiten ausbauen und sein Bestes geben.
Es ist aber auch so, dass alle Menschen beide Seiten in sich tragen, in verschieden starker Ausprägung. Männer haben also auch einen gewissen weiblichen Anteil in sich und Frauen einen gewissen männlichen Anteil. Wir können, je nach Situation, auf die entsprechenden Aspekte zurückgreifen, um unser Leben bestmöglich zu gestalten. Wir sind mit allem ausgestattet, was wir für dieses einzigartige Leben brauchen.
Wir sind vollkommene Wesen
Wir dürfen darauf vertrauen, dass wir ein vollkommenes und wertvolles Wesen sind. Dies befähigt uns, ein erfülltes Leben zu leben. Wir fühlen uns zugehörig.
Im Gegensatz dazu kann ein Gefühl der Unvollkommenheit zu Minderwertigkeitsgefühlen, zu Einsamkeit oder einer inneren Leere führen.
Es erfordert sicherlich etwas Mut, sich damit auseinanderzusetzen und genauer hinzuschauen, was die eigenen Denkmuster sind, um sie gegebenenfalls zu verändern, – aber es lohnt sich.
Gleichberechtigung muss ins Herz sinken
Jeder ist ein Teil der gesamten Schöpfung und lebt seine Ausrichtung ganz nach seiner persönlichen Lebensaufgabe und leistet seinen Beitrag in einer komplexen Gesellschaft. Alles greift ineinander und bereichert unser Leben.
Die Menschheit hat sich weiterentwickelt und ist mehr denn je bereit, für eine fundamentale Veränderung. Dazu muss sich jeder selber so verändern, dass er es nicht nur vom Kopf her weiß, sondern dass er es fühlen kann, dass alle Menschen wertvoll sind.
Dieses Ziel haben wir erst dann ganz erreicht, wenn wir uns nicht mehr extra daran erinnern müssen, sondern wenn es tief in unserem Herzen zur Wahrheit geworden ist.