Natürliche Wasserquellen, die ohne menschliches Zutun Wasser aus der Tiefe der Erde an die Oberfläche bringen, haben mich schon immer in den Bann gezogen. Das reine, naturbelassene Wasser, das oft über viele Jahre und manchmal sogar Jahrhunderte im Inneren der Erde verweilt hat, nimmt auf seinem Weg zur Oberfläche die Informationen und Schwingungen des Gesteins auf und reichert sich mit Mineralien an. Es wird zu einem erfrischenden Lebensquell und Lebenselixier.
Quellwasser als Heilwasser
Bereits vor vielen Jahrtausenden wurden Quellen, entsprungen an energiereichen Orten, von den Menschen als Heiligtümer verehrt. Auch heute kennen wir noch eine Vielzahl von diesen besonderen Plätzen. So manche alte Legende, ebenso wie neuere Begebenheiten, erzählen von wundersamer Heilung, die die äußere oder innere Anwendung von diesen frischen Quellwässern bewirkt haben soll.
Das Frauenbründl bei Glonn, ist eines davon. Im 17. Jahrhundert wurde eine Kapelle darüber gebaut, mit einem Quellbecken, das frei zugänglich.



Von dem kostbaren Wasser wird gerne geschöpft.
Die Quelle in Hochhaus bei Rechtmehring.

Hier haben vor Jahrzehnten bereits meine Eltern Wasser entnommen
Quellen von größeren Flüssen
Der längste Quellbach der Isar ist der Lafatscherbach. Da er aber oft ausgetrocknet ist, gilt als offizieller Ursprung meist ein Bereich im Ostteil des Hinterautales in der Nähe von Scharnitz. Wie auf den Fotos zu sehen ist, sprudeln hier mehrere kleine Rinnsale munter aus dem Berg heraus. Nach 292 Kilometern mündet die Isar dann in die Donau.



Isarquelle im Hinterautal
Die Donau hat eine besondere Geschichte in Bezug auf ihren Ursprung mit verschiedenen Auslegungsarten. Die einfachste und gängigste ist: Der größte Fluss Deutschlands entspringt als Breg, Nähe Furtwangen im Schwarzwald und vereinigt sich in Donaueschingen mit der Brigach und heißt ab hier Donau. Allerdings gibt es da auch noch den Donaubach, der im Fürstlich Fürstenbergischen Schlossgarten in Donaueschingen entspringt und nach ca. 100 Metern unterirdischen Laufs aus dem „Donautempel“ heraus in die Brigach mündet, die sich dann gut 1 km weiter mit der Breg vereint. Seit 2022 dürfen sich sowohl Furtwangen als auch Donaueschingen als „Donauquellstadt“ bezeichnen. Nach 2857 Kilometern erreicht ihr Quellwasser das Schwarze Meer.



Quelle in Donaueschingen, Donautempel, Zusammenfluss von Brigach und Breg
Eine weitere bekannte Quelle, die ich die letzten Jahre besucht habe, ist die der Moldau. Im Nationalpark Sumava in Tschechien, ganz nahe zur deutschen Grenze bei Finsterau, quillt der Hauptquellfluss, die „Warme Moldau“, aus dem Gebirgsboden hervor und fließt zunächst Richtung Südosten, um sich später mit der kürzeren „Kalten Moldau“ zu vereinen, die im Bayerischen Wald ihren Ursprung hat. Nach mehreren weiteren Kilometern ändert die Moldau ihre Fließrichtung und dreht nach Norden ab, um letztendlich nach 430 Kilometern in die Elbe zu münden.


Die „Warme Moldauquelle“, die weißen Punkte sind eingeworfene Münzen.
Kunstvoll gefasste Quellen
So manche Quelle kam zu besonderer Ehre, indem sie kunstvoll gefasst wurde.




Bilder v. oben links: Madeira, Madeira, Mainau, Barcelona
Naturbelassene Quellen
Besonders angetan haben es mir jene Quellen, die nach wie vor ursprünglich aus der Erde heraus fließen dürfen.
Im Laufe ihres weiteren Weges vereinigen sie sich immer mehr mit anderen Fließgewässern und wachsen oft zu mächtigen Strömen heran, um, vielleicht nach tausenden von Kilometern, in ein Meer zu münden. Der Wasserkreislauf setzt sich fort: Wasser verdunstet, bildet Wolken und regnet wieder auf die Erde, um sich dann, früher oder später, erneut auf den Weg ins Meer zu machen.





Bilder v. links oben: Egglburger See/Ebersberg, Spiegelweiher/Grafing, Mt. Shasta/Kalifornien, unten: Plitwitzer Seen/Kroatien
So wie frisches Quellwasser quirlig aus der Erde sprudelt, so kann und darf auch unsere Lebensfreude aus unserem Inneren heraus sprudeln.