Von positivem Denken hat vermutlich jeder schon mal gehört. Wenn es aber nur aus einem willentlich aufgesetzten Denken besteht wird sich nur schwer ein dauerhafter Erfolg einstellen.
Positiv SEIN hingegen ist eine grundlegende Lebenseinstellung. Wir brauchen uns nicht extra daran zu erinnern, dass wir doch positiv denken sollten – wir sind es auf natürliche Art und Weise, aus unserem Inneren heraus und strahlen dies auch aus.
Warum scheitern wir so oft?
Denken und Fühlen gehören zusammen; sie beeinflussen, in wechselnder Gewichtung, stark unseren Erfolg. Es ist ein komplexes Zusammenspiel und interagiert stets mit unserem Unterbewusstsein. Zudem übt unser Ego einen starken Einfluss aus.
Oft funktioniert es in einigen Lebensbereichen problemlos und in anderen Bereichen wiederum nicht. Dies liegt hauptsächlich daran, welche Glaubenssätze wir zu dem entsprechenden Thema gespeichert haben und welche Botschaften unsere Gefühle und unser Ego senden.
Glaubenssätze und Emotionen
In unserem Unterbewusstsein haben wir viele Glaubenssätze gespeichert. Diejenigen, die durch negative Erfahrungen entstanden sind, können uns dann bei ähnlichen Situationen daran hindern, positiv zu denken, indem sie unsere Gedanken verzerren.
Auch Verletzungen unserer Gefühle, die wir in der Vergangenheit nicht verarbeiten konnten oder wollten, haben wir in unser Unterbewusstsein „geschoben“. Sie blockieren ein natürliches Fühlen und beeinflussen uns solange, bis wir die alten Wunden geheilt haben und mit dem damaligen Ereignis im Reinen sind.
Negatives Ego
Unser Ego ist ein Teil von uns und dient als Vermittler zur Außenwelt, um Informationen zu empfangen oder zu geben, ohne zu interpretieren oder eigenmächtig zu handeln. Aus den verschiedensten Gründen haben wir aber oft dem Ego Verantwortung übertragen oder aufgebürdet, anstatt aus unserem wahren Inneren heraus zu agieren. Damit haben wir es überfordert und es wurde negativ und zerstörerisch.
Entweder schmeichelt es uns, oder es macht uns schlecht – aber leider immer entgegengesetzt zur tatsächlichen Wahrheit. Es verstärkt das, was an Befürchtungen und Ängsten aus dem Unterbewusstsein hochkommt, mit Dramatik oder verharmlost es mit Schönfärberei. Wer sich also beim „Positiv Denken“ von Überheblichkeit und Arroganz, beziehungsweise falschen Zweifeln leiten lässt, agiert nicht aus seinem wahren Inneren heraus.
Was können wir tun?
Ein erster, wichtiger Schritt ist eine innere Auseinandersetzung mit unserem Unterbewusstsein . Wir können unsere hinderlichen Glaubenssätze und Gefühle in die Heilung bringen. Dazu müssen wir uns allerdings zuerst eingestehen, dass sie da sind. Dann können wir sie genauer identifizieren und uns für eine Änderung entscheiden.
Das negative Ego kann sich hin zu einem reifen, positiven Ego entwickeln. Dazu gehört vor allem, dass wir es von den aufgedrängten Aufgaben befreien, indem wir mit positiven Eigenschaften unseren Charakter stärken und selber die Verantwortung für unser Tun übernehmen.
Wie gelingt uns dieser Prozess leichter?
Wir alle tragen das Potential der Selbstheilungskräfte in uns; egal ob uns dies bewusst ist oder nicht. Wenn wir bereit sind, uns darauf tiefer einzulassen, können wir sie wieder aktivieren oder intensivieren, können wir erkennen, was uns weiterhilft. Das kann durchaus auch eine fremde Hilfe sein, egal ob es andere Menschen sind oder die geistige Welt. Jeder kann seinen eigenen, ganz persönlichen Weg finden, um Stück für Stück mehr heil zu werden.
Je stärker wir in unserer eigenen Kraft sind und je klarer unser Wille ist, eine dauerhafte Veränderung herbeizuführen, umso besser gelingt uns dieser Prozess.
Positiv sein
Positiv SEIN bedeutet vor allem, einen starken, positiven Charakter zu haben, mit einem offenen Herzen in die Welt zu schauen und sich dem Lebensfluss hinzugeben, ohne alles kontrollieren zu wollen.
Wir bekommen vielleicht nicht immer das, was wir denken, dass wir für unser Glück brauchen. Wir dürfen uns aber auf unsere innere Führung verlassen, die durch einen übergeordneten Blick auf unsere gesamte Entwicklung schaut.
Wir werden Überraschungen erleben und so manches ist im Nachhinein sogar besser, als wir es uns bisher erlaubt haben, zu erträumen. Es brachte uns genau dahin wo wir jetzt stehen. Es führte uns vielleicht nicht zu mehr Geld, aber zum Beispiel zu mehr Selbstvertrauen, Entwicklung unserer Talente und Fähigkeiten, Wertschätzung unseres Lebens und der gesamten Schöpfung …und so vieles mehr.
Es kann zu einer Herzensangelegenheit werden, positiv zu SEIN. Dies bringt Freude in unser Leben und öffnet uns für Wunder und Magie.
Als Beitragsbild habe ich ein zur Hälfte mit Wasser gefülltes Glas gewählt, d.h. es ist entweder halb voll oder halb leer. Kürzlich habe ich dazu eine andere Interpretation gelesen.
Das Glas ist immer voll. Nur weil wir die Luft nicht sehen können, heißt es ja nicht, dass sie nicht da ist. Es lohnt sich sicherlich, mal darüber nachzudenken.