Wir Menschen gehen bei jeder Inkarnation verschiedene Entwicklungsstufen durch, von der Geburt bis zum Tod. Das ist ein natürlicher Prozess. Jeder Abschnitt hat seine eigenen Qualitäten, und diese sollten dementsprechend gelebt werden.
Die Unschuld eines kleinen Kindes
Ein kleines Kind geht völlig in sich selber auf, wenn es denn so sein darf. Es kann kreativ und leidenschaftlich spielen, es kann voller Neugierde, Selbstvertrauen und Freude Neues entdecken, oder in hoffnungsvoller Erwartung und Ungeduld die Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke herbeisehnen.
Kleine Kinder machen sich keine Gedanken über die Anderen, sie leben in ihrer eigenen Welt. Dieses Einssein ist auf ganz natürliche Weise uns Menschen angeboren. Im Laufe der Zeit verliert sich das dann immer mehr, manchmal sehr früh durch ungünstige Lebensumstände, meistens aber etwas später als natürlicher Entwicklungsprozess.
Dieser Verlust ist ein wichtiger Aspekt unseres Seins, denn als Kind können wir die Tiefe dieser Gabe nicht begreifen. Als Erwachsener sind wir dann in der Lage Verantwortung für unser Tun zu übernehmen und unsere verlorenen Fähigkeiten bewusst wieder zu erarbeiten, denn durch diese Bewusstheit erlangen wir ein weitaus größeres Spektrum an Möglichkeiten sowie ein viel tieferes Verständnis davon.
Um dies zu verdeutlichen ein kleines Beispiel: Unser Atem funktioniert ganz automatisch auf einem relativ gleichmäßigen Level. Wenn wir aber bewusst atmen, können wir eine starke Kraft darin spüren und diese auch steuern. Wir können die Intensität verändern und z. B. einen Luftballon aufblasen, einen heißen Tee abkühlen oder länger die Luft anhalten.
Das Selbstbewusstsein eines Jugendlichen
Wir entdecken uns und unsere Fähigkeiten im Laufe der Zeit immer mehr, wir lernen ständig dazu, ob in der Schule oder durch Erfahrungen die wir machen. Wir entdecken unseren Wert, unsere Gefühle, die Kraft unseres Körpers und unseres Willens. Wir wollen hoch hinaus und müssen dann doch auch die Erfahrung machen, dass wir auch verwundbar sind, und dass wir die Bedürfnisse der anderen Menschen respektieren müssen. Wir interessieren uns immer mehr für den Sinn des Lebens und das Zusammenspiel in der Gesellschaft.
Ein wichtiger Abnabelungsprozess von den Eltern ist die Pubertät. Wir entwickeln unsere eigene Lebensphilosophie und unsere eigenen Bedürfnisse. Die ersten Liebesbeziehungen entstehen. Dabei erweitern wir unseren Gefühlsreichtum, das kann sanft und harmonisch sein, aber durchaus auch als ein heftiges Auf und Ab gelebt werden, verbunden mit Glücksgefühlen und Enttäuschungen.
Der Erwachsene
Die längste Phase ist die des Erwachsenen. Zunächst konzentrieren wir uns auf die Berufsausbildung oder das Studium, treffen viele Entscheidungen, ob wir z. B. Karriere machen wollen, wie wir soziale Kontakte pflegen, ob wir eine Partnerschaft eingehen oder eine Familie gründen wollen, wie wir unsere Freizeit verbringen, wo und wie wir wohnen wollen, ob wir eine Sicherheitsreserve zurücklegen, oder erst mal einfach nur das Leben genießen, das Abenteuer suchen, oder die Reiselust ausleben. All diese Entscheidungen können wir aber auch jederzeit wieder korrigieren und in andere Bahnen lenken.
Wir lernen bewusst Verständnis, Mitgefühl, Respekt anderen gegenüber und Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen. Wir haben Visionen die wir mit Mut und persönlicher Stärke umsetzen können. Wir entdecken unsere innere Wahrheit und spüren eine tiefe Liebe zu uns selbst und zu anderen. Wir sind in der Lage unser Leben zu leben, ohne anderen Menschen zu schaden.
Im Laufe der Jahre wird es immer wichtiger, die Seele in unser Tun und Sein miteinzubeziehen. Nicht umsonst gibt es den Begriff der „Wechseljahre“. Es geht dabei um den Einklang mit der Lebenswahrheit. Lebe ich das, was ich mir vor Beginn der Inkarnation vorgenommen habe, bin ich im Einklang mit meiner Seele und dem größeren Plan? Gebe ich dem Ausdruck, bin ich selbstbewusst, präsent und authentisch? Nehme ich die Herausforderungen an und bewältige sie bestmöglich?
Das reife Alter
Auch das Alter können wir aktiv und erfüllend gestalten. Aufbauend auf unser bisheriges Leben, können wir umsetzen, was wir schon länger aufgeschoben haben. Vielleicht wartet da noch ein Lebenstraum auf Verwirklichung?
Wir öffnen uns auch immer mehr für die höheren Welten und die höhere Wahrheit. Wir können unsere Erfahrungen einbringen und ein weiser Ratgeber sein. Wir sind auch gelassener, und können ein Segen für die Menschheit sein.
Der Tod
Der Tod ist die Heimkehr zum Ursprung, zum Göttlichen. Wenn wir gut darauf vorbereitet sind ist er die Krönung des Lebens. Wir können unser Leben noch einmal an uns vorbeiziehen lassen und es in großer Dankbarkeit verabschieden. Für Manches bedarf es vielleicht noch den Prozess der Vergebung um es loslassen zu können. Vor allem aber sollten wir uns selbst vergeben können, für Dinge die wir bisher als Fehler geglaubt hatten. Wir müssen aber nicht zu streng mit uns sein, letztendlich dient jede Erfahrung unserem Wachstumsprozess.
Je bewusster wir uns mit dem Tod auseinandersetzen, und das am besten bereits in jüngeren Jahren, umso leichter fällt uns der Übergang.
Warum gehen wir diesen Prozess durch?
Wir inkarnieren hier auf der Erde als Menschen, um Erfahrungen zu machen, um zu wachsen und uns weiterzuentwickeln. Von Anfang an ist klar, dass wir wieder zurückkehren werden, allerdings vergessen wir unsere gewählten Herausforderungen jedesmal wieder aufs Neue, um unsere Zeit auf der Erde so real und intensiv wie möglich zu erleben. Wir können diesen Zyklus öfters durchgehen und irgendwann dann abschließen, um auf andere Art und Weise weiterzuwachsen.