Für die meisten Menschen gehört es selbstverständlich zum Leben, sich um andere zu kümmern. Wenn es aber zu einer ungeliebten oder einengenden Verpflichtung wird, ist niemandem gedient. Es sollte aber auch nicht dazu führen, dass wir uns zurückziehen und die Fürsorge anderen überlassen.
Wie können wir eine Balance herstellen? Wie erreichen wir ein Geben und Nehmen in Harmonie?
Fürsorge ist eine Bereicherung
Wir sind für Partner und Kinder da, für gute Freunde oder für Kranke und bedürftige Menschen. Wir nehmen uns Zeit, ihnen zuzuhören, ohne es besser wissen zu wollen, wir trösten und unterstützen sie oder teilen schöne Augenblicke mit ihnen. Dabei entsteht eine tiefere Nähe und Intimität.
Aber auch in unserem Verhalten im Alltag bieten sich viele Gelegenheiten für ein aufmerksames Miteinander. Ob es ein angebotener Platz im Bus ist, eine Tür aufhalten, ein freundlicher Gruß oder einfach nur ein wohlwollender Blick – alles trägt dazu bei, dass wir Gutes tun und uns selber dabei gut fühlen.
Fürsorge geht noch weiter
Im Berufsleben ist die Balance zwischen Geben und Nehmen nicht immer so einfach. Es ist wichtig, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer gegenseitig wertschätzen können, und dass der Ausgleich zwischen Arbeitsleistung und Bezahlung stimmig ist. Dann fühlen sich beide in ihrer Rolle bestätigt und geben ihr Bestes, zum Wohle der Firma und letztendlich der ganzen Gesellschaft. Die Arbeit macht Freude und geht leichter von der Hand.
Wir sollten aber nicht nur für uns Menschen gegenseitig gut sorgen, auch die Natur und die ganze Umwelt will gut behandelt werden. Wenn wir achtsam und respektvoll mit ihr umgehen, dürfen wir mit einem guten Gefühl von ihrer großen Fülle nehmen und wir werden durch ihre Schönheit und Vielfalt reich beschenkt.
Am wichtigsten ist aber, dass wir für uns selber gut sorgen. Das sollten wir durchaus ernst nehmen und Körper, Seele und Geist gleichermaßen miteinbeziehen. Denn nur dann können wir aus vollem Herzen heraus geben.
Die Verantwortung übernehmen
Die Politiker sind aufgefordert, gute Rahmenbedingungen für einen möglichst gerechten Sozialstaat sowie für ein umweltfreundliches und nachhaltiges Wirtschaften zu schaffen.
Die Verantwortung für unser eigenes Tun bleibt aber immer unsere höchste, persönliche Verpflichtung. Denn es ist auch keine Lösung, sich herauszuhalten oder sich gleichgültig zu verhalten, um die ganze Fürsorge dem Staat zu überlassen. Letztendlich ist es ein integraler Teil unseres Lebens und wir werden immer wieder auf die eine oder andere Art und Weise damit konfrontiert werden.
Fürsorge in Freiheit und Liebe
Wenn man glaubt, dass die äußeren Umstände keine andere Wahl zulassen, ist es schwer, in Liebe zu geben oder zu nehmen. Wenn man aber bereit ist, sich mit seinen eigenen Ängsten und Vorbehalten auseinanderzusetzen, sie ehrlich anzuschauen, um dabei auch andere Sichtweisen zulassen zu können, entsteht eine neue Basis, auf der etwas Gutes gedeihen kann.
Dann kann aus einem „Aufopfern“ eine echte Fürsorge ohne Bevormundung oder Verpflichtung werden, wie auch immer sich diese dann gestalten wird.
Fürsorge und Dankbarkeit ist ein Geben und Nehmen im Einklang mit unserer Seele und eine große Bereicherung unseres Lebens. Wir müssen dabei nicht perfekt sein, es ist ein Lernprozess. Wir können unsere Grenzen und die des anderen kennen lernen und akzeptieren, ohne uns selber aufzugeben. Wir erweitern unsere Fähigkeit, den anderen so zu lassen, wie er ist und können ihm trotzdem einen Platz in unserem Herzen geben.
Wenn man seine Grenzen kennt, kann man geben, ohne darauf zu achten, dass man genauso viel zurück bekommt; es ist ein Fließen in Harmonie und Balance. Man muss nicht alles gegeneinander aufrechnen.
Wir spüren eine tiefe innere Zufriedenheit, fühlen uns gesegnet und sind ein Segen für andere.